Interview: Officine Générale

In einer Modewelt, welche durch Fast Fashion und einen immer stärkeren Drang nach Selbstinszenierung und Konsum geprägt ist, erfordert es Mut, sich gegen ein ganzes System zu stellen. Pierre Mahéo hat diesen Schritt gewagt und mit Officine Générale eine Alternative zur Schnelllebigkeit und Überproduktion gefunden, ohne dabei jedoch den modischen Aspekt außer Acht zu lassen. Wie? Keep on reading!








Was ist die Geschichte hinter Officine Générale?


Das ist eine leichte Frage! Ich habe mit Officine Générale begonnen, weil es für mich persönlich der einzige Weg war, wie ich noch weiter in unserer schönen Modeindustrie arbeiten konnte – ich musste anfangen, meine eigene Geschichte zu schreiben. Ich wollte Kleidung entwerfen, welche ich nicht nur selbst tragen wollte, sondern welche auch aus den besten Materialien und auf eine ethische Art und Weise produziert wird.

Ihre Firma bietet luxuriöse Materialien und Qualität zu einem bezahlbaren Preis an. Wie ist dies möglich?

Es ist unsere DNA. Doch diese Balance zwischen Qualität und Preis ist nicht leicht zu erreichen, glauben Sie mir das! Wenn man sich ein Kleidungsstück ansieht, so lässt es sich bildlich in zwei Stücke teilen: zum einen ist da der Stoff, und zum anderen die Herstellung. Man kann kein gutes Produkt haben, ohne beide Teile zu vereinen. Ich beantworte dieses Interview etwa gerade auf einem Rückflug von einem Business Trip und ich trage dabei einen Anzug aus Wollfresko aus meiner Frühling/Sommer Kollektion 2014. Trotz dieser langen Zeit zeigen sich kaum Gebrauchsspuren und ich trage diesen Anzug wirklich sehr oft. Ich glaube, wir sind eines der wenigen Brands auf dem Markt, die es geschafft haben, die Preise um 25% innerhalb von drei Jahren zu senken. Wir haben sechs stationäre Geschäfte und einen Online-Shop und wir benutzen diese Menge als Verhandlungsbasis mit unseren Fabriken und Stoffherstellern, um die Preise zu senken. Uns liegt der Wert unserer Ware sehr am Herzen, weshalb wir versuchen, die beste Qualität zum besten Preis anzubieten.


Wie würden Sie den typischen Officine Générale-Stil in drei Worten beschreiben?

Zeitlos, Parisien, und mit einer gewissen Attitude.


Beschreiben Sie einen typischen Tag in Ihrem Leben als Designer.

Ich wache jeden Morgen sehr früh auf, frühstücke zusammen mit meinen Kindern, treffe mich auf einen Kaffee mit Freunden im Café de Flore, bin gegen 09:00 Uhr morgens im Büro und teile meinen Tag gleichermaßen zwischen der Damen- und Herrenkollektion auf. Anschließend habe ich ein Meeting mit meinem CFO, um über die Entwicklung von Officine Générale und die finanziellen Aspekte zu sprechen. Ich versuche, den gesamten Tag für die verschiedenen Abteilungen verfügbar zu sein, wenn ich gebraucht werde. Ein normaler Arbeitstag endet dann gegen 21:00 Uhr. Dies liegt vor allem daran, dass wir aktuell mitten in den Vorbereitungen für unsere neue Frühling/Sommer Kollektion 2020 sind. Doch in einer Woche werde ich wieder für einige Zeit auf Reisen sein, um mich danach wieder voll und ganz auf unsere Show auf der Mens Fashion Week in Paris zu fokussieren… Ich liebe es einfach, durch meinen Job so viele verschiedene Dinge machen zu können.


Doch Officine Générale steht nicht nur für französischen Stil, sondern auch für eine Philosophie, welche versucht, das Modesystem neu zu definieren. So produzieren Sie etwa nur in Europa. Was ist Ihre aktuelle Sicht auf das System und wie würden Sie es gerne weiter verändern?

Wenn es eine Sache gibt, welche ich in den letzten Jahren verstanden habe, dann ist es, dass große Veränderungen nur durch Individualität und das eigene Bewusstsein erreicht werden können… keine Politik kann dies bewirken. An aller erster Stelle stehen bei mir die Menschenrechte: Ein Arbeiter mit einem Durchschnittsgehalt von 70 – 200 $ im Monat kann nicht in angemessenen Verhältnissen leben. Wenn man etwa ein T-Shirt für 4 oder 5 € kauft, kann man sicher sein, dass sich darauf Blut und Tränen befinden… nämlich von der Person, die es auf der anderen Seite des Planeten für uns gefertigt hat. Mein Punkt ist, dass wir heutzutage leider viel zu viel billig produzierte Kleidung konsumieren. Wir sollten weniger kaufen, aber dafür besser. Es ist besser, man isst ein gutes Steak von einem Metzger einmal die Woche, als drei schlechte Steaks aus dem Supermarkt.


Man hört sehr viel über den Chic Parisien. Wie würden Sie persönlich den männlichen französischen Stil beschreiben?

Ich würde nicht sagen, dass es nur einen französischen Stil gibt. Ich mag die verschiedenen Einflüsse unserer Stil-DNA sehr gerne, indem wir zum Beispiel Schneiderkunst mit Workwear und Vintage-Teilen kombinieren. Ich glaube, die Art und Weise, wie wir diese unterschiedlichen Kleidungsstücke miteinander mischen, ist der Schlüssel zu unserem Chic Parisien. Wenn Sie etwas Nonchalance besitzen, dann haben Sie bereits das perfekte Rezept für den Stil!


Werden Männer langsam mutiger, wenn es um das Thema Mode geht?

Ich glaube, es ist keine Frage des Mutes, sondern einfach eine Entwicklung der Welt, in der wir leben. Wir leben in einer Zeit, in der das Image und das äußere Erscheinungsbild extrem wichtig geworden sind… vielleicht auch zu wichtig. Männer pflegen sich heute viel mehr, benutzen Gesichtscremes, ernähren sich besser, treiben mehr Sport als früher und interessieren sich in diesem Zusammenhang auch mehr für Mode, da sie gut aussehen möchten.


Wie würden Sie Chic in unserer modernen Zeit beschreiben?

In meinen Augen ist Chic eine Kombination aus einfachen Dingen, welche man aber nur selten alle zusammen in einer Person findet… Es ist eine Haltung, man muss Selbstbewusstsein ausstrahlen in dem, was man trägt. Es kann ganz schlicht sein, wie etwa eine gute Jeans und ein weißes T-Shirt, aber man muss es mit der richtigen Attitüde verkörpern. Es ist aber auch eine Frage der Bildung, man muss ein Gentleman sein, höflich… Es ist eben genau dieser Mix aus kleinen Details, was für mich Chic ist. Hinter der Kleidung muss auch immer eine Seele stecken, ansonsten ist man nur ein Kleiderbügel.


Ihre ultimative französische Stilikone?

Es ist immer schwierig, nur eine Person zu nennen, aber Jean-Paul Belmondo, Vincent Lindon, Serge Gainsbourg und Louis Garrel würden meine engere Auswahl sein.


Und last but not least: Vervollständigen Sie bitte den folgenden Satz: Mode ist für mich...

…eine Therapie.


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